Nomaden
 
In Randgebieten der Sahara durchziehen Nomadenstämme die weiten Räume der Wüste, wo Regengüsse für kurze Zeit eine tupfenartig verteilte Vegetation hervorrufen. Die Viehzüchter sind deshalb gezwungen, mit ihrer Herde zu wandern. Wie und wohin – dies zu wissen, ist ihre wichtigste Aufgabe. Niemals würden sie eine Wanderung dem Zufall überlassen, ganz abgesehen davon, dass sie auf die Weidegebiete anderer Nomaden Rücksicht zu nehmen haben. Die Nomaden müssen im Verlaufe des Jahres Strecken von bis zu 1000 km zurücklegen da die Weidegebiete sehr dürftig sind. Sie müssen berücksichtigen, dass sie Schaf- oder Ziegenherden bei grosser Hitze alle 2 Tage, eine Kamelherde alle 6 bis 8 Tage tränken müssen.

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen des Nomadismus:

Nomaden welche die Trockenzeit ausserhalb der Sahara verbringen, an Orten wo regelmässig im Winterhalbjahr Regen fällt. (z.B. Algerisches Steppenhochland)
Nomaden, welche das ganze Jahr im Inneren der Sahara verbringen, wo nur sehr wenig und unregelmässig Regen fällt. Die Entfernungen zu den Randzonen wären zu gross.
     
Die Nomaden führen ein sehr einfaches und bescheidenes Leben. Sie ernähren sich von Schaf-, Ziegen oder Kamelmilch, Schafkäse, Datteln, Kuskus, Brot und Suppe. Nur wenn ein verunfalltes Tier abgetan werden muss oder an einem Festtag wenn Besuch kommt, gibt es Fleisch. Der Nomade verkauft den Oasenbewohnern bei Gelegenheit Erzeugnisse seiner eigener Wirtschaft, um Lebens- und Genussmittel (z.B. Tee, Zucker, Gewebe und Geräte) zu kaufen. Die Nomaden führen kein sorgenfreies Leben.  
   
Denn bald fehlt es an Wasser, bald an Weide. Der Nomade muss seine ganze Aufmerksamkeit, Arbeit und Mühe seiner Herde widmen. Auf Gedeih und Verderb ist das Schicksal des Nomaden mit ihr verbunden. Darum nennt er sie oft „el mel“ das Glück.