Artesischerbrunnen
 
Ein artesischer Brunnen geht wie auch die artesischen Quellen darauf zurück, dass eine wasserundurchlässige Schicht gebogen unterhalb der Erdoberfläche liegt.

Der Name ist von der nordfranzösischen Provinz Artois abgeleitet, wo im 12. Jahrhundert eine Reihe solcher Brunnen für Aufsehen sorgte. Doch diese Brunnenart war schon viel früher bekannt. Viele Jahrhunderte vor Christi Geburt haben die Chinesen artesische Brunnen gebohrt, indem sie Bambusrohre nach und nach Hunderte von Metern in den Boden trieben. Aus dieser Zeit stammt auch die frühere Bezeichnung solcher über Generationen hinweg gebauter Brunnen: „Grossvaterbrunnen“

Der Druck, der den artesischen Brunnen Kraft verleiht, entsteht, wenn Grundwasser zwischen zwei undurchlässige Gesteinsschichten sickert. Das Wasser findet keinen Abfluss und ist wie in einer Rohrleitung unter Druck gefangen. Erzeugt wird der Druck dadurch, dass diese steinige Rohrleitung ein Gefälle aufweist. Wie stark der Druck an der angebohrten Stelle ist, hängt davon ab wie hoch der Höhenunterschied zwischen dem Bohrloch und dem höchsten Wasserstand in der wasserführenden Schicht ist. Liegt das Bohrloch in einem Tal, und die wasserführende Schicht reicht bis hoch in die Berge, so ist das aus dem Bohrloch austretende Wasser unter enormem Druck.
Artesischer Brunnen
In den Oasen ist ein solcher Brunnenbau auch mit einem hohen Aufwand verbunden, da man ziemlich tief, bis zu 300m, bohren muss um an das Wasser zu gelangen.

Ist das Wasser jedoch „angezapft“, werden keine Hilfsmittel zur Beförderung an die Erdoberfläche benötigt, da genügend Druck vorhanden ist